Material Compliance aktuell - gesetzliche Entwicklungen 2020 / 2021

Gesetze, Verordnungen und Zulassungen befindet sich im stetigen Wandel. Der Grund dafür liegt in der Vielzahl der Regularien für die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete. Neben den artikelübergreifend geltenden Verordnungen wie REACh und POP existieren unzählige Zulassungen, die speziell auf einen bestimmten Einsatzbereich (Lebensmittel, Elektronik,....) abgestimmt sind. Zudem haben verschiedene Länder und Regionen unterschiedliche Auffassungen und schaffen eigene Regularien.

Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, das Thema Konformitäten im Unternehmen als nie abgeschlossen zu betrachten, sondern ständig das Ohr am Puls der Zeit zu haben. Dafür ist es nicht nötig, alle erdenklichen Zulassungen für jede Nische zu kennen, sondern den Fokus auf die Branchen zu legen, in denen sich die eigenen Bestands- und Wunschkunden aufhalten. Es gilt, Trends und Veränderungen frühzeitig zu erkennen, um aktiv auf Kunden zugehen zu können und mit ihnen die Zukunft zu planen. 

REACh neue SVHC Kandidatenstoffe 6/2021 | Juni 2021

Es ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass die Europäische Chemikalienagentur die Kandidatenliste der SVHCs um weitere Stoffe ergänzt. Hierdurch wird es zwingend nötig, neue Konformitäten bei den eigenen Lieferanten einzuholen, die produzierten und vertriebenen Erzeugnisse auf Vorhandensein der besorgniserregenden Stoffe zu prüfen und bei Vorhandensein diese in der SCIP- Datenbank zu pflegen. Abnehmer von Erzeugnissen die SVHC enthalten, sind entsprechend der REACh-Verordnung umgehend zu informieren.

Neue Trinkwasser Bewertungsgrundlage KTW BWGL | März 2021

 Am 21. März 2021 löst die KTW BWGL offiziell W270 und die bestehenden Übergangsrichtlinien ab. Alle gültigen Zertifikate verlieren voraussichtlich ihre Zulassung.

Aufgrund von Corona wurde eine erweiterte Übergangsregelung bis 21. März 2023 erlassen. Dennoch müssen die bestehenden Zertifikate aktualisiert werden. Es ist sinnvoll, frühzeitig bei den eigenen Lieferanten neue Zertifikate zu erfragen.    

REACh Aktualisierung 1/2021 | Januar 2021

Es ist davon auszugehen, dass die ECHA die Kandidatenliste der SVHC um weitere Stoffe ergänzen wird. Es wird notwendig, neue Konformitäten bei den Lieferanten einzuholen, die eigenen Erzeugnisse auf Vorhandensein der Stoffe zu prüfen und bei Vorhandensein die SCIP-Datenbank zu pflegen und die Abnehmer / Kunden entlang der Lieferkette zu informieren.  

SCIP-Datenbank Meldepflicht | Januar 2021

Die Plattform der Europäischen Chemikalien Agentur ECHA wird verpflichtend für alle in Europa verkauften Erzeugnisse. Jedes Unternehmen, das Artikel mit SVHC <0,1% verkauft, muss diese in der Datenbank online hinterlegen. Die Nutzung der SCIP- Datenbank ist bereits ab Ende 2020 möglich, sodass am Stichtag im Januar alle Daten eingepflegt sein können.  

Konfliktmineralien EU Verordnung 2017/821 | Januar 2021

Das europäische Pendant zum amerikanischen Dodd Frank Act Section 1502 tritt in Kraft. Die Erfüllung der Sorgfaltspflicht gilt für EU-Importeure von Konfliktmineralien (Zinn, Wolfram, Tantal und Gold). Auch wenn die meisten Produzenten und Händler nicht betroffen sind, fragen Kunden entlang der Lieferkette bereits seit Anfang 2020 nach einer Konformität für die eingesetzten Mineralien. 

IMO IHM Recycling für Schiffe in der EU | Dezember 2020

Zum Jahresende müssen Schiffe unter europäischer Flagge oder zu Gast in EU-Häfen eine Übersicht der im Schiff verwendeten, gefährlichen Substanzen Inventory of Hazardous Materials (IHM) mit sich führen. Hier gelten die Vorgaben der International Maritime Organization IMO entsprechend der Hong Kong Convention (HKC) und der EU Ship Recycling Regulation EU-SSR.

Schiffsbauer und Zulieferer fordern seit Herbst 2020 vermehrt Konformitäten, dass bestimmte Stoffe wie Asbest nicht in den gelieferten Erzeugnissen enthalten sind. Viele der betroffenen Stoffe sind bereits in REACh, RoHS oder der POP-Verordnung geregelt.

PFOA aus REACh in die POP Verordnung | Sommer 2020

Vom REACh Anhang 17 wandern PFOA in die POP-Verordnung. Während der Fokus von REACh auf der europäischen Union (EU) liegt, gilt POP annähernd weltweit. Zudem ist davon auszugehen, dass PFOA langfristig von einem Stoffverbot betroffen sind. Kunden fordern von Ihren Lieferanten vermehrt eine aktuelle POP-Konformität / Konformitätserklärung.

REACh Update 6/2020 | Juni 2020

Vier neue Stoffe wurden von der Europäischen Chemikalienagentur ECHA als besonders besorgniserregend eingestuft (SVHCs). Jetzt ist es notwendig, die jeweils neue Konformitätserklärung bei den Lieferanten einzuholen und die eigenen Erzeugnisse auf Vorhandensein der Stoffe zu prüfen. Ist ein Artikel betroffen, besteht Mitteilungspflicht gegenüber dem Abnehmer.  

Ihre Anfragen nehmen wir gerne persönlich am Telefon entgegen: +49 (0) 621 48480-0