Prozessüberwachung im 3D-Druck – Auf die inneren Werte kommt es an

Ein Arbeiten ohne Prozessüberwachung ist heute bei kaum einem gängigen Herstellverfahren mehr vorstellbar. Sie garantiert reproduzierbare Bedingungen und somit eine gleichbleibend hohe Qualität der gefertigten Produkte.

Bei der Prüfung additiv gefertigter Bauteile werden bisher in den meisten Fällen nur die Oberfläche und die Maße beurteilt. Doch im Bereich der technischen Fertigung kommt es, speziell im additiven Bereich, auf die inneren Werte des Bauteils an. Das schönste Druckteil ist nutzlos, wenn es im späteren Einsatz die geforderten Eigenschaften, wie Festigkeit oder Temperaturbeständigkeit, nicht erfüllt. Die Prozessüberwachung spielt hierbei eine Schlüsselrolle.

Bei der additiven Fertigung gibt es zahlreiche Parameter, die einen Einfluss auf das fertige Bauteil haben. Das Überwachen und die Auswertung dieser Parameter ist daher ein wichtiger Schritt zu einer zuverlässigen Produktion hochwertig gedruckter 3D-Teile.

Um dieser Anforderung gerecht zu werden, zeichnen wir mit einer speziellen Software während des gesamten Druckvorgangs die unterschiedlichen Temperaturwerte, wie z. B. die Düsen-, Bauraum- oder Druckbetttemperatur, kontinuierlich auf. Zusätzlich erfolgt die Erfassung anderer wichtiger Messgrößen wie beispielsweise die Luftfeuchtigkeit in der Materialkammer.

Aus diesen gesammelten Werten kann im Nachgang – Schicht für Schicht – der Druckvorgang analysiert und ausgewertet werden. Gibt es Daten, die außerhalb der geforderten Toleranzen liegen, erfolgt eine exakte farbliche Markierung in der betroffenen Schicht.

Erst die Prozessüberwachung macht die kritische Temperaturschwankung sichtbar.

Ob diese Abweichungen einen Einfluss auf die geforderten Eigenschaften des Bauteils haben, kann nun differenziert bewertet werden. Diese Technik ermöglicht es uns, einen gezielten Blick in das Innere des gedruckten Fertigteils zu werfen.

Zusätzlich ist es möglich, die gewonnenen Daten zusammen mit anderen wichtigen Druckinformationen, wie der Schichthöhe, Füllung oder Wandlinienanzahl, in einem Prüfbericht für das Druckteil zu dokumentieren und unseren Kunden zur Verfügung zu stellen.

Mit dieser Möglichkeit gehen wir den nächsten Schritt in Richtung anspruchsvoller und technisch versierter, additiv gefertigter Bauteile.

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