Unser Leiter der Abteilung Digitale Innovation stellt sich vor

Wer bist du?
Mein Name ist Christian Jäck. Ich bin 31 Jahre, gebürtig aus Heidelberg, also aus der Region. Und bin hier bei der Firma Hänssler Kunststoff- und Dichtungsstechnik als Leiter für digitale Innovation tätig.
Und wie ist es so, in diesem Bereich zu arbeiten?
Der Bereich ist sehr spannend und facettenreich. Man kann sich sowohl technologisch als auch fachlich ausleben und dabei echten Mehrwert im Unternehmen schaffen. Digitalisierung ist ja seit vielen Jahren ein großes Thema, sowohl in der Politik als auch in verschiedensten Unternehmen. Und dass wir hier bei der Firma Hänssler eine Abteilung für digitale Innovation haben, ist etwas sehr Besonderes, und ich freue mich sehr, dass ich ein Teil davon sein darf.
Digitale Innovation – also ich kenne die beiden einzelnen Begriffe. Ich weiß, was digital ist, ich weiß, was Innovation ist. Digitale Innovation ist ja irgendwie schon ein bisschen mehr als nur die reine Digitalisierung von Sachen, denke ich mal, besonders jetzt auch mit dem Internet of Things und KI. Kannst du den Themenbereich ein bisschen mehr eingrenzen? Also was genau ist digitale Innovation?
Da hast du ja schon viele Wörter in den Topf geworfen – also digitale Innovation, wie du schon gesagt hast: digital – wie die Nullen und Einsen – und Innovation – wie erneuern. Im Grunde ist es genau das. Ich schaue mir die Prozesse im Unternehmen an, bin hellhörig und gucke genau, was die Kollegen machen. Dann versuche ich die Abläufe durch Digitalisierung und neue Technik zu erneuern und zu verbessern, sodass sie einen größeren Mehrwert im Unternehmen schaffen.
Also kriegst du von den anderen im Unternehmen was mit? Also sagen die: „Hier ist ein Prozess. Kannst mal darüber nachdenken, den zu automatisieren oder zu digitalisieren.“ Oder gehst du in den Betrieb rein und schaust dir an, was die Leute da machen?
Also ein wichtiger Bestandteil ist natürlich immer, hellhörig zu sein und nah bei den Kollegen zu sein, um genau solche Dinge dann zu erfahren. Also die Kollegen auch anzuhauen, sozusagen, dass sie selbst mitdenken und vielleicht hier und da mal sehen: „Ach, guck mal, das könnte man auch anders machen“ – und natürlich auch Impulse von außen zu bekommen. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch wichtig, sich selbst die Prozesse anzuschauen. Das habe ich natürlich von vornherein in so einem Screening gemacht. Ich bin durch jede Abteilung gegangen, habe mir genau angeschaut, wie die Prozesse im Unternehmen verlaufen, um so eine bessere Einschätzung zu bekommen, welche Prozesse gut und einfach zu automatisieren sind. Und ja, so habe ich quasi daran angeknüpft und bin jetzt dabei, nach und nach dort ein bisschen Geschwindigkeit reinzubringen.
Ist digitale Innovation dann hauptsächlich diese Automatisierung und die Digitalisierung von Prozessen? Also muss ich das aus dieser Perspektive denken und weniger aus dieser „Ich schreibe Software“-Perspektive, sondern das Software-Schreiben, das kommt dann im Nachhinein?
Das ist natürlich ein großer Teil der Umsetzung. Viele Projekte basieren letztendlich auf Software – und natürlich auf der Verwendung von Technologien wie KI. Das kommt immer mehr. Es geht von der Prozessaufnahme über die Idee und die Strukturierung, wie man das Ganze im Unternehmen umsetzen kann, bis hin zur Umsetzung und dann zum Rollout – und natürlich auch zur Auswertung und Evaluierung, ob das Ganze den entsprechenden Mehrwert hat, den man sich erhofft hat.
Hast du ein paar Beispiele für konkrete Projekte, die du umgesetzt hast?
Da gibt es viele. Also das erste große Projekt war, unsere Fertigung ins Netz zu bringen. Das IoT hat bestimmt der eine oder andere da draußen schon mal gehört – Internet of Things. Das bedeutet im Grunde, dass nicht nur wir Menschen über das Internet verbunden sind, mit unseren Smartphones, sondern auch plötzlich Dinge, also „Things“ – wie zum Beispiel der Kühlschrank zu Hause oder die Spülmaschine, oder jetzt im Unternehmenskontext die Fertigungsmaschine. Dass die sich ebenfalls vernetzen – und zwar intelligent, also smart –, sodass man dadurch Prozesse optimieren und beschleunigen kann und Informationen von den Maschinen erhält, die man wiederum verarbeitet, um dadurch Mehrwert zu schaffen.
Und genau das war das erste Projekt: dass man im Grunde die alten Maschinen, die in erster Linie natürlich nicht smart sind, versucht, ins Netzwerk zu bringen – indem man kleine Controller einbaut, diese programmiert und verschiedene Signale in den Maschinen abgreift, um sie dann miteinander zu vernetzen, Daten zu sammeln und mit diesen Daten natürlich einen Mehrwert zu generieren.
Und das war wahrscheinlich ein großer Aufwand, oder?
Das war ein großer Aufwand. Wir haben einige Fertigungsmaschinen, und man musste sich natürlich erst einmal in jede Maschine ein bisschen einlesen und schauen, wie sie funktioniert und wo die Signale sind, die man braucht. Aber inzwischen sind wir da auf einem sehr guten Weg und haben schon einige intelligente Systeme entwickelt – zum Beispiel das intelligente Druckluftsystem.
Und wie genau bist du in diese Position hineingewachsen?
Also ja, die Firma Hänssler ist im Grunde so ein bisschen mein Eigenheim aus Ingenieurssicht. Ich habe hier vor circa zehn Jahren in meinem Vorpraktikum begonnen – das heißt, bevor mein Studium überhaupt angefangen hat. Ich habe mit Herrn Hänssler gesprochen, und er hat mich eingeladen, hier mein Vorpraktikum zu machen. Danach bin ich als Ingenieur immer weiter gewachsen, war hier als Werkstudent tätig, und letzten Endes habe ich dann sogar einen Forschungsmaster hier zusammen mit der Firma gemacht und mich einem Forschungsthema gewidmet – und zwar dem Abdichten von additiv gefertigten Bauteilen. Und wurde dann letztendlich als Leiter für digitale Innovation eingestellt.
Dein Forschungsmaster – war das auch im Bereich digitale Innovation? Oder war das was anderes?
Das würde ich nicht als digitale Innovation bezeichnen. Das war ja eher maschinenbauerlastig, aber auch ein sehr spannendes Thema. Es hat mir geholfen, im wissenschaftlichen Arbeiten voranzukommen, Dinge objektiv betrachten zu können, mich in komplexe Strukturen hineinzudenken und Technik ganzheitlich zu verstehen – die Komponente Mechanik, die Komponente Elektronik, die Komponente Software. Und das alles intelligent miteinander zu verknüpfen, hilft mir tatsächlich jeden Tag in meinem Berufsalltag, um die digitale Innovation entsprechend voranzutreiben.
War das Digitale schon Teil von deinem Studium?
Also natürlich, das Digitale wächst immer mehr – auch im Ingenieurwesen. Daher hatte ich das zum Teil auch im Studium, wenn auch nur in geringem Umfang. Ich habe ja Maschinenbau studiert, das ist eher mechaniklastig, als dass man dort über viele Semester hinweg coden lernt. Aber es hat mich immer begeistert, und ich habe großen Spaß daran entwickelt und mir dann vieles im Selbststudium beigebracht. Und das nutze ich jetzt zu großen Teilen auch in der digitalen Innovation.
War das nicht sehr schwierig, sich das selber beizubringen?
Natürlich war es eine Herausforderung – und ist es auch immer noch. Ich bin ja kein professioneller Informatiker; da hole ich mir dann natürlich auch immer Hilfe von außen, wenn ich weiß, dass ich allein nicht weiterkomme oder wenn es um Themen geht, die wirklich wasserdicht sein müssen – zum Beispiel bei IT-Sicherheitsthemen oder komplexeren Systemen, mit denen ich mich noch nicht so gut auskenne. Aber ja, natürlich: Es ist gut, wenigstens die Spitze des Eisbergs zu kennen, um die Dinge ganzheitlich verstehen zu können, den Weg besser bestimmen zu können und eine klarere Vorstellung davon zu haben, was alles machbar ist.
Wie läuft die Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung?
Also, der Sebastian Hänssler und ich, wir arbeiten tatsächlich Hand in Hand zusammen in dieser Abteilung. Deswegen bin ich auch zusammen mit ihm hier ins Büro gezogen, damit wir besser kommunizieren können – und das hilft sehr. Herr Hänssler ist auch sehr innovativ unterwegs und hat immer wieder neue Ideen. Wir tauschen uns diesbezüglich natürlich aus, schauen auch immer, was technologisch gerade der Stand ist, was es auf dem Markt gibt und welche technischen Innovationen man wiederum bei uns im Unternehmen nutzen kann. Wir bleiben da in engem Austausch und setzen die Projekte gemeinsam um. Ich würde sagen, das ist auf keinen Fall eine One-Man-Show, sondern ein sehr interaktives und enges Zusammenarbeiten mit der Geschäftsführung und der Abteilung Digitale Innovation.
Gibt es Sachen, die in der Zukunft liegen? Wo du denkst, das wird jetzt das nächste große Thema oder das bleibt das große Thema?
Also das Internet of Things ist eine spannende Sache – da sind wir auch dran, und das werden wir weiter ausbauen. Was jetzt natürlich ganz neu in aller Munde ist, ist das Thema KI. Und auch da sind wir inzwischen mit verschiedenen Firmen und Start-ups in Kontakt, um uns dem Thema zu widmen und mithilfe von KI unsere Prozesse zu digitalisieren. Ich glaube, das ist noch einmal eine richtige Revolution – die KI –, die noch einmal viel Schwung reinbringen kann und viele Dinge möglich macht, die man zuvor nicht hätte automatisieren können, weil einfach diese technologische Intelligenz noch nicht in dem Maße vorhanden war. Also ich bin sehr gespannt, was da noch alles auf uns zukommt im Bereich KI – und ja, auch darauf, wie dieser Bereich Einzug in die Firma findet.












