Kunststoffteile mit Flammschutz – Normen, Materialien und Fertigungslösungen

PPS | Hochtemperatur-FFF-Verfahren | Einsatz: Medienführung in Maschinen und Anlagen
Warum Flammschutz in Kunststoffen unverzichtbar ist
Wichtige Normen und Prüfverfahren
DIN EN 45545-2

UL94 V0
| Klasse | Prüfverfahren | Beschreibung (Kriterien) |
|---|---|---|
HB | Horizontal Burning | Horizontale Probe, brennt langsam (<40 mm/min); niedrigste Anforderung |
V-2 | Vertical Burning | Vertikale Probe, Flammdauer ≤30 s, brennende Tropfen erlaubt |
V-1 | Vertical Burning | Wie V-2, aber keine/durch Tropfen keine Entzündung |
V-0 | Vertical Burning | Wie V-1, aber kritisch: Flammdauer ≤10 s/pro Probe, keine Tropfen, keine Entzündung |
5VA / 5VB | Severe Burning | Sehr strenger vertikaler Test, höchste Sicherheit 5VB: Probe kann Loch bekommen |
FAR 25.853


Materialien mit Flammschutz
Die Auswahl der richtigen Materialien ist entscheidend für die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Bauteilen. Hier eine Übersicht bewährter Kunststoffe mit Flammschutz:
- PA6: Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, weit verbreitet im Maschinenbau und in technischen Anwendungen.
- PA66: Höhere Wärmebeständigkeit und Festigkeit als PA6, häufig in der Elektrotechnik eingesetzt.
- PC: Schlagzähes Polycarbonat mit 10 % Glasfaseranteil, ideal für Gehäuse und strukturstarke Anwendungen.
- PPS (inhärent flammgeschützt): Bietet sehr gute chemische Beständigkeit, wird in Elektronik und Automobiltechnik eingesetzt.
- PEEK (inhärent flammgeschützt): High-Performance-Kunststoff mit exzellentem Flammschutz, extrem temperaturbeständig, häufig in Luft- und Raumfahrt.
- PPE: Geringe Wasseraufnahme und gute elektrische Isoliereigenschaften.
- PEI: Hochleistungskunststoff mit hervorragender Flammwidrigkeit, geeignet für anspruchsvolle Anwendungen im Bereich Elektronik und Medizintechnik.
Darüber hinaus sind weitere Polymere verfügbar und mit entsprechenden Füll- und Verstärkungsstoffen wie beispielsweise Glasfasern oder Kohlefasern erhältlich.
Inhärent flammgeschützte Kunststoffe vs. Additiv-Flammschutz
Inhärent flammgeschützte Kunststoffe
Bestimmte Hochleistungskunststoffe wie PPS oder PEEK sind inhärent flammgeschützt. Das bedeutet, dass ihre Molekülstruktur von Natur aus schwer entflammbar ist. Gründe dafür sind:
- Hoher Anteil aromatischer Strukturen in der Polymerbasis
- Stabile chemische Bindungen, die bei Hitze nicht leicht zerfallen
- Bildung einer schützenden Kohleschicht (Char-Layer), die das Fortschreiten der Flamme verhindert
Diese Materialien erfüllen in vielen Fällen ohne Zusatzstoffe bereits höchste Anforderungen wie UL94V0 oder FAR 25.853.
Brennbare Kunststoffe und Flammschutz-Additive
Andere Standardkunststoffe wie PA6 oder PC sind ohne Zusatzstoffe leicht entflammbar. Hier werden Flammschutzmittel zugesetzt, um die Brennbarkeit zu reduzieren. Typische Wirkmechanismen sind:
- Gasphasen-Mechanismus: Additive setzen beim Erhitzen nicht brennbare Gase frei (z. B. Stickstoff, Wasser), die die Flamme ersticken.
- Kondensations-Mechanismus: Flammschutzmittel fördern die Bildung einer stabilen Kohleschicht auf der Materialoberfläche, die Sauerstoffzufuhr verhindert.
- Radikalfänger: Bestimmte Zusätze unterbrechen die Kettenreaktion der Verbrennung, indem sie reaktive Radikale neutralisieren.
Damit lässt sich auch bei Standardkunststoffen wie PA6 flammgeschützt oder PA66 flammgeschützt ein Brandverhalten nach UL94V0 erreichen.
Fertigungsverfahren: Fräsen, Drehen und 3D-Druck
Wir bieten die komplette Bandbreite an Fertigungsverfahren für nicht brennbare Kunststoffteile:
- CNC-Fräsen und Drehen: Für präzise Bauteile aus geprüften Flammschutzmaterialien.
- 3D-Druck Flammschutz: Besonders interessant für Prototypen oder Kleinserien. Dank modernster Verfahren ist heute auch der 3D-Druck UL94V0 Kunststoff möglich – ideal für die schnelle Umsetzung von Konzepten.
- LFAM-Technologie: Großformatige 3D-Druckteile im Bauraum von 2500 x 1700 x 950 mm mit flammgeschützten Kunststoffen und Compounds.
Anwendungsfelder
- Schienenfahrzeuge: Komponenten nach DIN EN 45545-2
- Elektronik: Gehäuse aus UL94V0 Kunststoff
- Luftfahrt: Teile gemäß FAR 25.853
- Maschinenbau: Einsatz von V0 Flammschutz-Kunststoffen für erhöhte Sicherheit

Ihr Partner für sichere Kunststoffteile
Ob Fräsen, Drehen oder 3D-Druck – wir fertigen Kunststoffteile mit Flammschutz exakt nach den Anforderungen Ihrer Branche. Durch die Einhaltung von EN 45545-2, UL94V0 und FAR 25.853 bieten wir Lösungen, die höchste Sicherheitsstandards erfüllen.
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